Anleitung
Eigene Beziehungsart anlegen: Richtung, erlaubte Klassen und Wirkung in der Ausfallbewertung
So legen Sie eine eigene Beziehungsart wie repliziert nach an, benennen beide Leserichtungen, begrenzen die erlaubten Klassen, entscheiden über die Wirkung in der Ausfallbewertung und erkennen den Löschschutz.
7 min Lesezeit · September 2026
Eine Beziehungsart gibt einer Verbindung zwischen zwei Objekten einen Namen und Regeln. Knooing liefert sieben Arten mit, etwa läuft auf oder nutzt. Brauchen Sie eine andere, zum Beispiel weil ein Server auf einen zweiten Server repliziert, legen Sie sie selbst an, ohne Programmierung. Sie steht danach sofort beim Verbinden von Objekten zur Wahl.
Zum Zusammenhang mit Klassen und Feldern: Überblick zum Datenmodell.
Das brauchen Sie
Zum Ändern des Datenmodells brauchen Sie das Recht CMDB-Administration. Das Datenmodell sehen alle mit Leserecht für die Konfigurationsverwaltung.
Schritt 1: Die vorhandenen Arten ansehen
Öffnen Sie Einstellungen, CMDB, Modell & Standorte und den Reiter Beziehungsarten. Die Tabelle zeigt je Art:
- die Beziehungsart mit beiden Leserichtungen, zum Beispiel läuft auf und / betreibt, dazu das Etikett mitgeliefert,
- Ausgangspunkt und Ziel: welche Klassen an welchem Ende stehen dürfen (jede Klasse, wenn es keine Einschränkung gibt),
- Ausfallbewertung: wirkt weiter oder wirkt nicht,
- Verwendet: wie viele Beziehungen diese Art schon nutzen,
- die Entsprechung nach ArchiMate 3.2, etwa Assignment bei läuft auf.

Warum steht jede Art in zwei Richtungen da? Eine Beziehung liest sich von beiden Enden: „Die Anwendung läuft auf dem Server“ und „Der Server betreibt die Anwendung“. Beim Verbinden wählen Sie, von welchem Ende aus Sie schauen, und das Gegenüber sieht den passenden Namen.
Schritt 2: Beide Leserichtungen benennen
Klicken Sie auf Neue Beziehungsart. Tragen Sie ein:
- Bezeichnung vom Ausgangspunkt aus: repliziert nach,
- Bezeichnung vom Ziel aus: wird repliziert von.
Der Schlüssel (repliziert_nach) bildet sich aus der Bezeichnung. Er ist danach fest, weil Importe ihn wörtlich verwenden.
Warum zwei Bezeichnungen? Beim Gegenüber soll die Beziehung ebenfalls verständlich dastehen, nicht mit einem Kunstwort. Beispiel: Am Server „srv-db01“ steht „wird repliziert von blade-01“, am Blade-Server „repliziert nach srv-db01“.
Schritt 3: Erlaubte Klassen wählen
Bei Erlaubt als Ausgangspunkt und bei Erlaubt als Ziel haken Sie jeweils Server und Blade-Server an. Ohne Auswahl gilt jede Klasse. Erst wer etwas ankreuzt, schränkt ein.
Warum einschränken? Der Dialog beim Verbinden bietet dann nur sinnvolle Partner an und weist alles andere mit einem sichtbaren Hinweis ab. Eine Replikation zwischen einem Server und einem Drucker wäre ein Erfassungsfehler.
Schritt 4: Wirkung in der Ausfallbewertung festlegen
Der Schalter Wirkt in der Ausfallbewertung weiter bedeutet: Fällt das Ziel aus, gilt der Ausgangspunkt als betroffen. Bei läuft auf ist das richtig, denn fällt der Server aus, fällt die Anwendung darauf aus. Bei einer Replikation nicht: Fällt die Kopie aus, arbeitet das Original weiter. Schalten Sie den Schalter deshalb aus.
Klicken Sie auf Beziehungsart anlegen. Es erscheint Beziehungsart „repliziert nach“ angelegt.

Warum ist das wichtig? Die Ausfallbewertung zeigt, wer von einem Ausfall mitbetroffen ist. Eine Beziehungsart, die zu Unrecht weiterwirkt, meldet Betroffene, die keine sind. Eine, die zu Unrecht nicht weiterwirkt, übersieht echte Betroffene. Beziehungen ohne Wirkung stehen am System im Abschnitt Weitere Beziehungen nur zur Information (System nach den Klassenregeln erfassen und verbinden).
Schritt 5: Ergebnis und Löschschutz prüfen
Die neue Art steht am Tabellenende, ohne das Etikett mitgeliefert, mit wirkt nicht und 0 Beziehungen. In der Spalte ArchiMate 3.2 steht ein Strich, denn eine eigene Art hat keine Entsprechung.

Sobald ein Objekt die Art nutzt, zeigt die Spalte Verwendet die Zahl, zum Beispiel 1 Beziehung. Das Löschen-Symbol ist dann gesperrt, genau wie bei allen mitgelieferten Arten. Fahren Sie mit der Maus darüber, erklärt ein Hinweis, dass die Art noch verwendet wird und erst ihre Nutzung zu entfernen ist. Eine Art ist gesperrt, solange eine Beziehung, eine Pflichtbeziehung oder eine Servicegrenze sie nutzt. Mitgelieferte Arten lassen sich nie löschen, weil Auswertungen auf ihnen aufbauen.
Mit dem Stift-Symbol ändern Sie Bezeichnungen, Erklärung, erlaubte Klassen und die Wirkung. Der Schlüssel bleibt fest. Geänderte erlaubte Klassen und eine geänderte Wirkung gelten für neue Beziehungen. Bestehende Beziehungen behalten, was beim Anlegen galt.

Warum der Löschschutz? Löschen Sie eine Art, müssten mit ihr alle Beziehungen, Pflichtbeziehungen und Servicegrenzen verschwinden, die sie nutzen. Darum verlangt knooing, dass Sie diese zuerst bewusst entfernen.
Wenn etwas nicht klappt
- Beziehungsart anlegen lässt sich nicht anklicken. Beide Bezeichnungen und der Schlüssel sind Pflicht.
- Der Schlüssel besteht aus Kleinbuchstaben, Ziffern und Unterstrich (z. B. „repliziert_nach“). Der Schlüssel beginnt außerdem mit einem Buchstaben.
- Dieser Eintrag existiert bereits. Den Schlüssel gibt es in Ihrem Mandanten schon, jeder gilt nur einmal je Mandant. Ändern Sie den Schlüssel, zum Beispiel in repliziert_nach_2.
- Die Art ist beim Verbinden ausgegraut. Darunter steht „Nicht erlaubt für …“ mit den zulässigen Klassen. Die Klasse des Objekts gehört dann nicht zu den erlaubten Klassen. Ergänzen Sie sie bei Erlaubt als Ausgangspunkt oder Erlaubt als Ziel über das Stift-Symbol.